Erzbischof Paglia: "Der Vatikan hat das Naturrecht überdacht"
Monsignore Paglia schrieb mit einer Gruppe von Theologen einen Text, den Franziskus "sehr schätzte".
Zu den diskutierten Themen gehörten Homosexualität, Ehe, "irreguläre" (sündhafte) Situationen und die Kommunion für Geschiedene und Wiederverheiratete.
Während des gesamten Interviews stellt Paglia die katholische Moraltheologie - einschließlich des Konzepts der "nicht verhandelbaren Werte" - als "moralistisch" dar, die auf "abstrakten Prinzipien", "Schreibtischtheologie" und losgelöst von der "realen menschlichen Erfahrung" basiert.
"Unveränderliche Vision des Naturrechts" umgestoßen
Darüber hinaus erklärte Erzbischof Paglia, dass die 2016 durchgeführte "Reform" des Päpstlichen Instituts Johannes Paul II. für Ehe und Familie ein "Überdenken des Konzepts der 'Natur'" beinhaltet. Laut Paglia beruhte der bisherige Ansatz auf einer "statischen und unveränderlichen Vision des Naturrechts".
Paglias Behauptung zufolge war die katholische Sexualmoral-Theologie auf einem "essentialistischen und ahistorischen Paradigma" aufgebaut worden.
Er räumte sogar ein, dass die Gegner "richtig verstanden haben, dass eine sehr tiefgreifende Reform auf dem Spiel stand."
Erzbischof Paglia griff die katholischen Professoren, die das Institut geprägt hatten, als eine kleine ideologische Gruppe an, die das Institut faktisch übernommen hatte. Einige, so beklagte er, vertraten Positionen, die "restriktiver als Pius XII. waren".
Das Institut wurde im Wesentlichen aufgelöst und von Grund auf neu aufgebaut - mit einem neuen Namen, einem neuen Lehrkörper, abgeschafften Lehrstühlen und völlig neuen Disziplinen.
Die Päpstliche Akademie für das Leben, die bis dahin fast ausschließlich aus katholischen Moraltheologen bestanden hatte, wurde für Mitglieder aus anderen christlichen Traditionen, anderen Religionen und sogar für "Fachleute und Denker, die religiös nicht gläubig sind" geöffnet.
AI-Übersetzung